1. Fundamente & Keller
Fundamente haben die Aufgabe, die durch das Gebäude entstehenden Lasten (Gewicht der Gebäudeteile, Nutzlasten) sicher und gleichmäßig in den Untergrund abzuleiten. Sie bestehen aus verschiedenen Elementen, die den Baugrund mit dem späteren Gebäude verbinden. Das Fundament eines neu zu errichtenden Gebäudes bzw. einer Gebäudeerweiterung wird häufig aus einer Bodenplatte, bestehend aus Bewehrungsstahl und Beton gebaut. Dies bedeutet aber auch einen hohen Ressourcenverbrauch und durch die Zementproduktion hohe CO2-Emissionen. Dafür gibt es Alternativen, etwa in Form von Schraubfundamenten, Einsatz von Schaumglasschotter bis hin zu dem heute möglichen Einsatz von Holz für bestimmte Kellerwände. Eine Kellerwand aus Holz ist mit einen geringeren Energieeinsatz verbunden und könnte nach der Nutzung des Gebäudes wiederverwendet werden.
2. Außenwände
Außenwände dienen als vertikale Gebäudehülle und schirmen den Innenraum gegen die Umwelteinflüsse des Außenraumes ab (Kälte, Hitze, Niederschläge, Lärm etc.). Sie müssen auch Feuer, starken Winden und klimatischen Veränderungen widerstehen können. Generell können Wände monolithisch (=aus einem Material) aus Stein; Beton oder Holz bzw. aus mehreren Schichten bestehen. Bei den Steinen kommen hauptsächlich künstlich erstellte Steine als Ziegel-, Kalksand-, Porenbeton- oder (Leicht-)Betonstein zum Einsatz. Bei den nachhaltigeren Holzbauweisen gibt es unterschiedliche Massivholzbauweisen sowie sogenannte Skelettbauweisen (Fachwerk-, Holzrahmen- oder Holzrippenbauweise). Besonders nachhaltig sind Lehmbauweisen, beispielsweise als Lehmziegelbau oder in Stampflehmbauweise.
3. Fenster und Türen
Fenster und Türen sollen einerseits gut isolieren, anderseits aber auch das Licht der Sonne möglichst natürlich in die Räume bringen. Dazu müssen geeignete Verglasungen ausgewählt werden. Fensterrahmen aus einheimischem Holz mit einer Naturharzölbeschichtung und mit einer guten Isolierverglasung sind nachhaltig und empfehlenswert. Um Schimmelbefall in den Laibungen zu verhindern, ist der Bauteilanschluss an die Wände besonders wichtig (Dämmen und Dichten). Holzfenster können langfristig gut repariert werden und bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff. Sie sind im Alt- wie Neubau zu empfehlen.
4. Innenwände
Innenwände dienen der räumlichen Gliederung im Gebäude selbst; sie übernehmen zum Teil statische Aufgaben zur Lastabtragung aus den Decken, dem Dach oder Wänden darüber. Sie sind daher von den Anforderungen deutlich zwischen lastabtragend und nicht-lastabtragend zu unterscheiden. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Schall- oder auch Brandschutz, wenn unterschiedliche Nutzungsbereiche voneinander getrennt werden müssen. Bei Innenwänden ohne Last sind sogenannte Trockenbauwände die gebräuchlichste Form. Die Nachhaltigkeit ist nicht optimal, dafür verbinden sie mit einem verhältnismäßig geringen Materialeinsatz die Anforderungen an den Schall- und ggf. Brandschutz dünner Wände sehr gut. Als Alternativen stehen Wände aus CO2-armer Holzbauweise oder in Lehmbauweise (Lehmziegelbau oder Stampflehm) zur Verfügung. Ökologisch deutlich unvorteilhafter sind Stahlbetonbauweisen. Eine Studie zu der ökologischen und ökonomischen Bewertung von Trockenbauelementen finden Sie hier. Gerade nicht-lastabtragende Innenwände können im Laufe der Nutzungszeit eines Gebäudes häufiger versetzt und an die verschiedenen Bedarfe angepasst werden. Deswegen ist zu empfehlen, schon in der Planung einen möglichst zerstörungsfreien Rückbau zu bedenken, sodass die Wandelemente an anderer Stelle im Gebäude wieder eingesetzt werden können.
5. Decken
Decken schließen den Raum nach oben ab und müssen die Lasten aus dem darüber liegenden Geschoss tragen. Je nach Gebäudetyp bestehen Anforderungen an den Brand- und Schallschutz. Im nachhaltigen Neubau sollten überwiegend Holzkonstruktionen verwendet werden, um den hohen CO2-Abdruck von Beton zu vermeiden. Inzwischen sind dafür auch Konstruktionen erhältlich, die die notwendigen Brandschutzanforderungen höherer Gebäude erfüllen. Wird in einem Ziegelsystem gebaut, kann auch die Ziegelelement-Decke sinnvoll sein, insbesondere für den Selbstbau.
6. Fußböden
Das Bauteil Fußboden ist gegenüber der Decke oder einer Bodenplatte als Begriff abzugrenzen. In der Regel bezieht er sich auf die Teile eines Bodens, die nicht zur tragenden Konstruktion gehören. Der Fußboden besteht damit aus dem eigentlichen Bodenbelag (Nutzschicht wie Fliesen, Teppich, etc.) und den dafür notwendigen Unterbau, der die Voraussetzungen für die Nutzschicht (Ebenheit, Druckfestigkeit) herstellt. Der Fußboden hat, neben dem Herstellen einer gut begehbaren und schönen Bodenschicht, auch Anforderungen an den Schallschutz und – je nach Gebäude – auch Brandschutz zu erfüllen. Ökologisch und wirtschaftlich ist es, wenn die Decke auch als Tragschicht genutzt wird. Das ist prinzipiell bei Massivholz- und Betonverbunddecken möglich. Aber auch Nutzbeläge aus Holz wie Parkett und Dielen stellen eine nachhaltige Lösung dar.
7. Dächer
Den Schutz gegen die Einwirkungen der Natur verkörpert wohl kein Bauteil so deutlich wie das Dach. Regen und Wind, Hitze und Kälte, Lärm und Feuer – gegen all das schützt ein gutes Dach. Und es kann zum Einfangen von Sonnenenergie genutzt werden. Immer, wenn direkt unter dem Dach Räume beheizt werden, ist eine gute Dämmung erforderlich. Informationen zu möglichen Dämmstoffen finden Sie in unserer Fachinformation.
Steildächer werden üblicherweise mit Ziegeln gedeckt, während Flachdächer Abdichtungen aus Bitumen, Kunststoff oder Blech erhalten. Die Ziegeldeckung ist einerseits aufwändig, dafür aber sehr dauerhaft. Nachhaltigere Alternativen wären beispielsweise Holzschindeln. Auf den der Sonne zugeneigten Dachflächen lassen sich einfach PV-Anlagen und Sonnenkollektoren montieren, auf Flachdächern werden diese aufgeständert. Flachdachabdichtungen halten länger, wenn sie begrünt sind. Gründächer „kühlen“ im Sommer durch Hitzeschutz und „wärmen“ im Winter durch Wärmespeicherung. Sie bieten Lebensraum für Flora und Fauna.
8. Energie
Die Beheizung des Hauses, vielmehr die angenehme Temperierung und Belüftung, ist eine Grundvoraussetzung für den dauerhaften Aufenthalt von Menschen. In unserer Region stellen kühle Winter und die sehr heißen Tage im Sommer hohe Anforderungen an einen nachhaltigen Betrieb. Das bedeutet aber nicht zwingend aufwendige Technik mit hohem Energieeinsatz. Vielmehr genügen oft: gute Wärmedämmung bei der Planung und Sanierung des Gebäudes berücksichtigen, richtig dimensionierte Fenster einbauen, nachhaltige Materialien wie Holz, Lehm und Ziegel auswählen. Eine hohe thermische Speichermasse im Gebäude nimmt Temperaturspitzen (Wärme und Kälte) auf und erzeugt ein gleichmäßigeres Wohnklima. Im Winter kühlt das Gebäude nicht so stark aus.
Für die Erzeugung von Wärme und Strom gibt es sehr viele Möglichkeiten, abhängig von den Randbedingungen eines Gebäudes (Standort, Ausrichtung, Gebäudegeometrie etc.). Hier ist viel Detailkenntnis erforderlich, weswegen immer ein versierter und erfahrener Fachplaner/Fachplanerin in die Planungen einbezogen werden sollte.
9. Wasser
In unserem Land sind die für Trinkwasser nutzbaren Ressourcen knapper geworden. Die Verschmutzung von Grund- und Oberflächenwasser, der beschleunigte Abfluss von Niederschlag und die zunehmend ungleiche Verteilung des natürlichen Angebotes sind Ursachen dafür. Einsparung von wertvollem Wasser ist der Königsweg! Möglichkeiten zum Sparen bieten zum einen technische Ausrüstungen wie etwa Armaturen, Trockentoiletten und die Grau- und Regenwassernutzung. Zum anderen ist das individuelle Nutzungsverhalten und der sparsame Umgang mit Wasser entscheidend. Darüber hinaus kann das örtlich anfallende Regenwasser oder auch das nur leicht verschmutzte Wasser für viele Anwendungen in Haus und Garten genutzt werden.